Europäischer Gerichtshof (EuGH) erweitert die Fluggastrechte

Mit seinem Urteil vom 31. Mai 2018, Az.: C-537/17, hat der EuGH entschieden, dass den Fluggästen ein Anspruch auf Entschädigung wegen einer Flugverspätung zusteht, soweit diese einen Flug gebucht haben, der aufgrund einer einzigen Buchung erfolgt ist und zwischen dem Abflug von einem Flughafen im Gebiet eines Mitgliedstaats und der Ankunft auf einem Flughafen im Gebiet eines Drittstaates eine planmäßige Zwischenlandung außerhalb der Europäischen Union mit einem Wechsel des Flugzeuges umfasst.

 

Bisher war es gängige Praxis, dass Entschädigungen für Flugverspätungen nur dann gezahlt wurden, soweit der Flug innerhalb der europäischen Mitgliedstaaten stattgefunden oder aber von einem europäischen Mitgliedstaat begonnen hat. Sobald eine Zwischenlandung mit Wechsel des Flugzeugs auf einem Flughafen im Gebiet eines Drittstaates außerhalb der Europäischen Union erfolgte und es dann zu Verspätungen gekommen ist, wurde keine Entschädigung gezahlt. Begründet wurde dies damit, dass die Zwischenlandung nicht auf dem Gebiet der Europäischen Union erfolgte und damit die Verordnung (EG) Nr. 261 / 2004 keine Anwendung finden würde, selbst dann, wenn die Fluggäste nur einen Flug gebucht hatten. Dieser Praxis hat der EuGH nun zum Vorteil der Fluggäste einen Riegel vorgeschoben. Laut EuGH  steht dem Fluggast grundsätzlich bereits dann ein Anspruch auf Entschädigung zu, wenn der Flug von einem europäischen Mitgliedstaat beginnt und nur über eine einzige Buchung erfolgt ist. Die Tatsache, dass es zu einer Zwischenlandung und einem Wechsel des Flugzeugs im Bereich eines Drittstaates gekommen ist, ist laut EuGH für den Anspruch des Fluggastes auf Entschädigung der Flugverspätung unbeachtlich.

 

Von dieser Regelung sind solche Flüge nicht betroffen, bei der mehr als eine Buchung pro Flug durch die Fluggast vorgenommen worden ist!

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